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Nahtspannung zu schwach Hauptnaht Einfache Kappnaht Doppelte Kappnaht Sichtbare Einstichlöcher bei Leder

Nähte

 

Sie werden verschiedene Nähte auf Ihrer Ware finden, die alle einen Zweck haben; die häufigsten Nähte halten zwei Stoff- oder Lederbahnen zusammen.
Es gibt drei äußerlich erkennbare Merkmale für sämtliche vorkommende Nähte:
Die einfach genähte Naht bei der Sie den Unterfaden nicht sehen können, sondern lediglich die Gasse zwischen zwei Stoff- oder Lederbahnen haben.
Diese Nähte sind die Hauptnähte und haben die wichtige Aufgabe das Bezugsmaterial fest und dauerhaft miteinander zu verbinden.
Diese Nähte dürfen nicht aufgehen. Da eine Naht immer ein fortlaufender Verband ist, würde sich die Naht rasch immer weiter öffnen.
Nähte können durch Einwirkung von außen, z.B. Reibung, scharfe oder spitze Gegenstände, zu scharfes Reinigungsmittel (Faden wird spröde) kaputt gehen und schließlich kann der Faden durch Überbelastung reißen.
Aber auch während der Fertigung z. B. beim Vernähen des Bezugs, kann es passieren, dass die Nähmaschine selbst einen Mangel verursacht, z.B.
in dem scharfe Kanten an der Nadel den Faden anritzten oder der Ober-/ Unterfaden zu schwach oder zu fest gespannt sind.
Bei einer zu fest genähten Naht verursacht die Maschine leicht Nahtaussetzer oder zerreißt z.B. den Unterfaden.
Eine Naht mit zu schwacher Nahtspannung wird früher oder später kaputt gehen, weil sie nicht ausreichend geschützt ist und
äußere Einwirkungen leichten Zugang zum Faden haben.
Die einfache Kappnaht ist in erster Linie eine Ziernaht, dient aber auch der Verstärkung der Hauptnaht und hilft den Flächen ein Profil zugeben.
Die doppelte Kappnaht ist ebenfalls eine Ziernaht; sie dient ebenfalls dem Schutz der Hauptnaht und verstärkt die Nahtregion optimal.
Zu erkennen sind Kappnähte daran, dass sie einige Millimeter rechts und links von der Hauptnaht verlaufen.
Vorsicht! Kappnähte sind dadurch, dass der Oberfaden stets offen sichtbar auf den Bezugsmaterial liegt anfällig gegen Scheuerwirkung z.B.
durch Textilien wie Jeanshosen.
Auch sollten Sie es vermeiden verschmutzte Nähte mit Gewalt zu reinigen.
Geht eine Kappnaht einmal Kaputt, so ist dies nicht gleich eine Katastrophe, aber auch diese Naht wird sich Stück für Stück weiter öffnen,
da auch hier der Verband der Naht gestört ist. Außerdem sieht es auch nicht schön aus, wenn die Fäden der Kappnaht lose herum baumeln und
mal eine Naht zu sehen ist und mal nicht!
In jedem Fall sollten Sie kaputte Nähte durch einen Fachmann reparieren lassen und es, wenn Sie sich innerhalb der Gewährleistungsfrist befinden,
ihren Möbelhändler mitteilen.

Reklamationsgrund ja nein bedingt

P.S: Eine Besonderheit des Nahtbildes gibt es bei Leder.
Leder wird nicht, wie es üblich ist, mit einer Rundnadel genäht, sondern mit einer abgekanteten Nadel, die das Material nicht nur durchsticht,
sondern es auch etwas anritzt. Da Leder eine hohe Dichte hat und sehr dick ist, würde sich eine normale Nadel beim Nähen verbiegen oder zerbrechen.
Durch dieses Anritzen der Einstichstelle hat das Nähgarn natürlich mehr Platz in der Einstichstelle und das Leder wird bei belasteten Zonen, wie z.B.
der Sitzfläche, deutlich die Einstichlöcher der Nadel zu Tage fördern, was in diesem Fall jedoch normal und kein Indiz für eine kaputtgehende Naht ist!

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